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Innovationsprojekte

im Rahmen des MSI

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SOLE –Self-Organised Learning-Environment - Ismajil

Projekt im Rahmen des MSI - Management Soziale Innovationen, Gudrun Gusel, Caritas Wien

Self-Organised Learning Environments sollen Pädagog*innen helfen, Schüler*nnen dabei zu unterstützen, ihre angeborene Neugierde und ihr Engagement für den Wissenserwerb zu nutzen. Das kreative Potenzial jedes einzelnen Kindes und die kollektive Intelligenz der Kindergruppe werden dafür genutzt, Lernen zu einer neuen Erfahrung zu machen.

Im März 2017 eröffnete ein neues von der Caritas Wien unterstütztes Kinder- und Jugendzentrum in Ismajil im Donaudelta der Ukraine. Dieses Zentrum bietet ein sogenanntes „Self-Organised Learning Environment“ und ist in Kooperation mit der Caritas Odessa, der Organisation Wilna Oswita und der Pädogagischen Fakultät der Universität von Ismajil entstanden. Die Entwicklung des Projektes wurde im Rahmen des Praxisprojekts an der ASOM begleitet. 200 Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien erhalten die Möglichkeit, durch ein innovatives Bildungsangebot im außerschulischen Bereich ihre Potenziale zu entfalten.

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Self-Organised Learning Environments (SOLE) ist eine Methodologie, die von Prof. Sugata Mitra von der Universität von Newcastle (UK) ursprünglich in Indien entwickelt wurde. Mit seinem „Hole in the Wall – Experiment“ stellte er fest, dass Kinder ohne Anleitung einen Computer starten und mit ihm zu arbeiten beginnen konnten. Forschung zu SOLE gibt es seit 13 Jahren und die Methodik wurde in vielen Schulen Englands wie auch Argentinien, Australien, Brasilien, Chile, China, Indien, Italien, Uruguay und den USA angewendet und weiterentwickelt.

Ein SOLE kann überall eingerichtet werden, wo es einen Computer, eine Internetverbindung und SchülerInnen gibt, die bereit sind zu lernen. Wichtig für SOLE sind das Entdecken, das Teilen von Wissen, Spontanität und eingeschränkte Interventionen von Lehrer*innen.

Die Methode SOLE ist nicht kompliziert und kann dazu verwendet werden, Fragen aus dem Unterricht zu vertiefen oder eigene Fragen zu stellen.

Innovativ an SOLE Ismajil ist die Einführung dieser partizipativen Lernmethode in einer Nachmittagsbetreuung in der Ukraine in Kooperation mit einer Universität. In einem Land, in dem bisher hauptsächlich frontal, d.h. lehrer*innenzentriert unterrichtet wurde, werden Schüler*innen befähigt, selbständig Lerninhalte unter Begleitung zu erarbeiten. Die in der Methode ausgebildeten Lehramtsstudierenden fungieren als Coaches und sammeln praktische Erfahrung in der pädagogischen Arbeit. Durch Trainings auch für die Lehrenden der Universität sowie durch Kooperationen mit Schulen und lokalen Bildungsbehörden werden moderne pädagogische Methoden wie SOLE nachhaltig im Bildungssystem der Region implementiert. Die Lehramtsstudierenden können diese erworbenen Kompetenzen in ihrer späteren Praxis einsetzen und ein für SchülerInnen motivierendes, inspirierendes und befähigendes Umfeld schaffen.

„Wir sehen die Arbeit mit der Caritas als Möglichkeit zu sozialen Veränderungen und zu Veränderungen im Bildungsbereich. Wir denken gerade darüber nach wie wir unsere StudentInnen besser auf die Praxis vorbereiten können, wir werden unseren StudentInnen empfehlen ein Praktikum im SOLE durchzuführen. “ Jaroslaw Kitschuk, Rektor Universität Ismajil, Pädagoge

Mehr Information zu SOLE hier: www.theschoolinthecloud.org/
Mehr zur Arbeit der Caritas in der Ukraine: www.caritas-wien.at

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Vernetzungsworkshop zum Thema Demenz-empfindsam

Projekt im Rahmen des MSI - Management Soziale Innovationen, Günther Schranz, Mater Salvatoris
Demenz-empfindsam

Das Leben mit Demenz ist für jede*n Betroffene*n eine sehr persönliche Herausforderung. Darüber hinaus ist das Leben mit Demenz aber auch eine soziale Herausforderung und verlangt nach Lösungen.

Unter diesem Leitsatz fand am 5. Oktober 2017 der erste Vernetzungsworkshop zum Thema Demenz-empfindsam statt. Demenz-empfindsam (D-EMP), das von Günther Schranz initiierte Projekt, nimmt die Verantwortung der Gesellschaft wahr und macht es sich zum Ziel, Institutionen „empfindsam“ für Demenzerkrankte zu machen. Die Dringlichkeit des Themas und das Bedürfnis nach guter Zusammenarbeit konnten alle 13 teilnehmenden Organisationen aus den Bezirken Wiener Neustadt und Neunkirchen bestätigen.

Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Pflege-, Betreuungs-, Lehr- und Sozialbereichen konnten an diesem Tag in Mater Salvatoris gemeinsam auf die derzeitig bestehenden Barrieren für Menschen mit Demenz eingehen. Ein Fachvortrag von DGKP Susanne Hofer (Wohnbereichsleiterin Mater Salvatoris) zur Thematik „Schmerz bei Menschen mit Demenz“ sowie Schilderungen von Praxisbeispielen durch Ute Ötsch (Servicestelle für Angehörige von Menschen mit Demenz Caritas und Seniorenbetreuerin Mater Salvatoris) und Dr. Christian Bürger (Niederösterreichischer Landesverein für Sachwalterschaft und Bewohnervertretung), dienten der Vertiefung des Themas.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik und der Austausch führten zu folgenden weiteren Schritten und Ergebnissen:

  • Die weitere Vernetzung zur Demenz-Empfindsamkeit wurde geplant und das Rotes Kreuz Neunkirchen/Wiener Neustadt übernimmt die Organisation der Veranstaltung.
  • Weitere kleine Arbeitsgruppen haben sich gebildet und arbeiten organisationsübergreifend z.B. an einem Überleitungsbogen für Angehörige von Menschen mit Demenz.

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Teilnehmende Organisationen

Landesklinikum Wiener Neustadt, Pflege- und Betreuungszentrum Neunkirchen, Mater Salvatoris, Waldpension Hochegg, Volkshilfe Neunkirchen, Gesundheits- und Krankenpflegeschule Neunkirchen, Pflege- und Betreuungszentrum Pottendorf, Pflege zu Hause Caritas Wiener Neustadt-Neunkirchen, Rotes Kreuz Neunkirchen Wiener Neustadt, Marienhof Wiener Neustadt, Servicestelle für Angehörige von Menschen mit Demenz Caritas, Niederösterreichischer Landesverein für Sachwalterschaft und Bewohnervertretung, Pflegewohnhaus Kirchschlag Caritas

Das Team freut sich über weitere Unterstützung zu dem Thema.

Zur Website von Mater Salvatoris

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Informationen zum Masterlehrgang "Management Soziale Innovationen"

Die hier präsentierten Projekte stammen aus dem zweiten Durchgang des Masterlehrgangs "Management Sozialer Innnovationen" von Herbst 2016 bis Herbst 2017.

Der dritte Masterlehrgang "Master Soziale Innovationen" hat im Oktober 2018 gestartet. Weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung finden Sie hier.